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ePA: Warum es sich jetzt lohnt, Verantwortung zu übernehmen

Das Ehepaar Spieren – hausärztlich tätig; ärztliche Leitung des Digitalen Facharzt- und Gesundheitszentrums (DFGZ), Olpe – widerspricht der Behauptung, die ePA sei grundsätzlich nicht umsetzbar. Ihr Blick ist nach vorne gerichtet, frei nach dem Motto: Wir können dafür sorgen, dass es funktioniert. 


10.09.2025
J. & S. Spieren
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Foto der Hausärzte Spieren

 

“Es geht nicht mehr darum, ob wir die ePA wollen. Es geht darum, wie gut wir sie nutzen.” 

Julia und Stefan Spieren

Am 1. Oktober 2025 wird die Nutzung der elektronischen Patientenakte (ePA) für alle Vertragsärztinnen und -ärzte verpflichtend. Begleitet wird dieser Rollout von zahlreichen kritischen Stimmen: Unzureichende Software, fehlende Integration, mangelhafte Patientenaufklärung – bis hin zur Behauptung, die ePA sei grundsätzlich nicht umsetzbar. Aus Erfahrungen möchten wir, der Behauptung widersprechen – und den Blick nach vorn wagen. 

Aus unserem Praxisalltag:

Hier funktioniert die ePA seit Monaten und läuft einfach mit. Die Kritik an Softwareproblemen ist zwar berechtigt, es ist jedoch unabdinglich, das Ganze differenziert zu betrachten. Die führenden PVS-Hersteller haben ihre Module längst ausgeliefert. Wenn ein Anbieter das bis heute nicht geschafft hat, sollte man kritisch hinterfragen, ob das eigene System zukunftsfähig aufgestellt ist. Der gesetzlich geregelte Zeitplan ist klar, und die Patientinnen und Patienten erwarten zu Recht eine funktionierende digitale Infrastruktur. Es geht nicht mehr darum, ob wir die ePA wollen. Es geht darum, wie gut wir sie nutzen. 

Wir erleben täglich, wie hoch die Akzeptanz bei unseren Patientinnen und Patienten ist – vorausgesetzt, wir erklären, was wir tun. Das ist Teil unserer Verantwortung. Und es ist auch eine Chance. Auch wenn die ePA formal patientengeführt ist, entstehen für die Versorgung jetzt schon erhebliche Vorteile: strukturierte Medikationsdaten, digital abrufbare Befunde, Zugriffsbefugnisse. Das ist kein Mehraufwand, sondern eine Möglichkeit, medizinische Qualität dauerhaft besser abzusichern.

Ja, es gibt berechtigte Kritik:

Was wir kritisieren, ist die strukturelle Asymmetrie: Während niedergelassene Praxen ab Herbst zur Befüllung verpflichtet sind, bleibt die technische Umsetzung in vielen Krankenhäusern weiterhin lückenhaft. Sanktionen greifen dort erst deutlich später. Solche Schieflagen werden in der öffentlichen Debatte kaum thematisiert. Dabei sind gerade Klinikberichte und Entlassdokumente für die ePA essenziell – insbesondere bei komplexen Krankheitsverläufen.

Auch der häufig formulierte Vorwurf mangelnder Patientenaufklärung greift aus unserer Sicht zu kurz. Selbstverständlich können Krankenkassen mehr tun. Aber wir Ärztinnen und Ärzte genießen in Deutschland das höchste Vertrauen. Wenn wir selbst verstehen, wie die ePA funktioniert, können wir sie unseren Patientinnen und Patienten verständlich erklären – und gemeinsam nutzen. 

Geduld, Gestaltung und der Blick nach vorn: 

Eine Reise nach Rom und der Blick auf das traditionsreiche Krankenhaus „Fatebenefratelli“ inspirierte uns zu folgenden Gedanken: Medizin ist ein langfristiger Prozess – sie baut auf Vertrauen, Erfahrung und ständiger Weiterentwicklung. Und so wie Rom nicht an einem Tag erbaut wurde, ist auch die ePA ein Prozess. Sie wird mit jedem Beitrag besser. Wir Ärztinnen und Ärzte sind jetzt gefragt, diesen Weg mitzugestalten. 

Für uns ist die ePA kein abgeschlossenes System, sondern eine Infrastruktur im Aufbau – und damit eine Gestaltungsaufgabe für die gesamte Ärzteschaft. Wir können weiter darüber sprechen, was nicht funktioniert. Oder wir können dafür sorgen, dass es funktioniert. Wir haben uns entschieden. 

Ihre

Julia und Stefan Spieren
Arztpraxis Spieren & Kollegen, Wenden
Ärztliche Leitung des Digitalen Facharzt- und Gesundheitszentrums (DFGZ), Olpe


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