Radiofrequenz-Microneedling: Sicher nur in Facharzthand
Bei unsachgemäßer Anwendung kann Radiofrequenz (RF)-Microneedling schwerwiegende Nebenwirkungen wie Verbrennungen, (entstellende) Vernarbungen, einen umschriebenen Fettverlust und Nervenschäden verursachen. Dennoch wird diese Technik von medizinischen Laien ohne anatomisch-medizinische Expertise angeboten.
15.12.2025
P. A. Gerber
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Meinung
„Insbesondere weist die Food-and-Drug Administration (FDA) darauf hin, dass es sich bei Radiofrequenz-Microneedling nicht um eine kosmetische Behandlung, sondern um eine medizinische Therapie handelt, die nicht in die Hände von Laien gehört.”
Prof. Peter Arne Gerber
Ziterweise: HAUT 2026; 37 (1): 3
Die US-amerikanische Food-and-Drug Administration (FDA) hat mit einer Pressemeldung vom 15.10.25 vor der unkritischen Anwendung des Radiofrequenz (RF)-Microneedlings gewarnt1 . Bei Medikamenten hat eine solche Warnung nicht selten dazu geführt, dass Präparate später vom Markt genommen wurden.
Beim RF-Microneedling werden kleine Elektroden („Mikronadeln“) in die Haut eingeführt, um dort durch Radiofrequenzenergie Hitze zu erzeugen. Ziel ist das Glätten von Falten durch „Resurfacing“, „Tightening“ oder „Rejuvenation“. Laut FDA können durch die Behandlung aber schwerwiegende Nebenwirkungen wie Verbrennungen, (entstellende) Vernarbungen, ein umschriebener Fettverlust und Nervenschäden verursacht werden. Die FDA empfiehlt Behandlern, dass sie sich über entsprechende Risiken informieren und ihre Patienten ausdrücklich darüber aufklären sollen. Insbesondere weist die Behörde darauf hin, dass es sich bei der Technologie nicht um eine kosmetische Behandlung, sondern um eine medizinische Therapie handelt, die nicht in die Hände von Laien gehört. Die FDA gibt an, dass sie nun mit den Herstellern entsprechender Geräte zusammenarbeitet, um die Behandlungssicherheit zu verbessern, und die Situation weiter beobachtet.
Welche Schlüsse kann man aus der Warnung ziehen? In unserer Praxis arbeiten wir seit Jahren mit RF-Microneedling-Systemen und haben nie Probleme gehabt. Für uns ist die Technologie ein Baustein unseres multimodalen Therapiekonzeptes. Risikoindikationen wie tiefe Behandlungen in Arealen, in denen kritische Gesichtsnerven verlaufen, führen wir bewusst nicht durch. In der Hand des (Fach-) Arztes ist die Technologie also unserer Erfahrung nach sicher. Wir beobachten aber, dass das RFMicroneedling in den sozialen Medien sehr aggressiv und mit vollmundigen Versprechungen beworben wird. Ob diese Versprechen haltbar sind, ist meiner Meinung nach kritisch zu hinterfragen. Sicher ist aber, dass das auch nichtärztliche Anbieter wie Heilpraktiker/ innen und Kosmetiker/innen RF-Microneedling anbieten und dabei die Preise ärztlicher Anbieter meist unterbieten. Muss es verwundern, wenn Behandlungsfehler durch nichtärztliche Laien – die ohne anatomisch-medizinische Expertise behandeln – dazu führen, dass Technologien zum Nachteil aller in Verruf geraten? Ist es sinnvoll, dass solche Geräte einfach an jeden verkauft werden, der sie sich leisten kann?
Den Patienten sei jedenfalls geraten, lieber etwas mehr auszugeben und sich für ihr RF-Microneedling an einen Arzt zu wenden. Denn: Das Ausbessern von Behandlungsfehlern ist erfahrungsgemäß später deutlich teurer und aufwendiger als das, was man durch eine „günstige“ Laienbehandlung spart.
Es grüßt aus Düsseldorf,
Ihr Prof. Dr. med. Peter Arne Gerber Präsident der GÄCD e.V.
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