Frag´ den Experten


Unser Abrechnungsexperte Dr. med. Lübben steht Ihnen für Ihre individuellen Fragen rund um die Abrechnung in der Arztpraxis zur Verfügung. Schreiben Sie uns Ihre Frage an: kaufmann@wpv-verlag.de

Dr. med. Georg Lübben
Vorstand, AAC PRAXIS­BERATUNG AG
Am Treptower Park 75, 12435 Berlin
Tel.: 030-2244523-0
Fax: 030-2244523-33

www.aac-ag.de

 

Ihre Fragen an Dr. med. Lübben

 


Plausibilitätsprüfung

Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, NRW: „Ich habe eine große Praxis mit einem Scheinaufkommen von 3.000 Patienten pro Quartal. Derzeit sehe ich mich einer Plausibilitätsprüfung des Quartalprofils durch die KVNO konfrontiert. Trotz des Einhaltens der Tageshöchstsätze, muss ich mich für die verhältnismäßig hohen Quartalsstunden von 1.090 Stunden (Obergrenze 790 Stunden) rechtfertigen.

Antwort:

Die Frage ist nicht pauschal zu beantworten. Bei einer Plausibilitätsprüfung wird geschaut, ob der geprüfte Arzt die abgerechneten Leistungen vollständig im Sinne der Leistungslegende des EBM erbracht hat. Die Frage lautet also: Ist es nachvollziehbar, dass er das so geschafft hat? Wurde der obligate Leistungsumfang des EBM auch tatsächlich erbracht? Wurde die erforderliche Dokumentation erbracht?

Wenn dies durch die Praxis plausibel dargelegt werden kann, ist alles in Ordnung und die Prüfung kann auch bei sehr großen Praxen erfolgreich beendet werden.

 


Abrechnungsgenehmigungen

Urologe fragt: „Können Urologen ohne Weiterbildung im psychologischen oder psychotherapeutischen Bereich die EBM-Position 35600 abrechnen?“

Antwort: Urologen können die EBM-Position 35600 nur abrechnen, wenn eine Abrechnungsgenehmigung für Psychotherapie gemäß der Psychotherapievereinbarung vorliegt. 

 


Patienten anderer KV

Psychiater aus Bayern fragt: „Was muss ich beachten, wenn ich Patienten einer anderen Kassenärztlichen Vereinigung behandeln möchte? Ich will einmal im Quartal zu einem Kollegen in Mecklenburg Vorpommern fahren und dort die Patienten persönlich sehen und dann über Video weiterbehandeln. Muss ich dann dort zum Beispiel eine Filialpraxis eröffnen?“

Antwort: Videosprechstunden sind nur bei bestimmten Indikationen berechnungsfähig, von denen keine dem psychiatrischen Fachgebiet zugeordnet werden kann. Das bedeutet de facto, dass Psychiater keine Videosprechstunden anbieten können.

Nicht statthaft ist es, in der Praxis eines Kollegen - egal ob in der eigenen oder einer anderen KV - Patienten zu behandeln. Die Eröffnung einer Zweitpraxis setzt eine Zulassung durch den Zulassungsausschuss voraus. Wenn Sie in Ihrer Praxis Patienten aus einer anderen KV behandeln, rechnen Sie wie bei Ihren eigenen Patienten über Ihre KV ab.