Zuschläge bei ambulanten Operationen in der Urologie

Die GOÄ-Zuschläge für ambulante Operationen sind nicht nur bei ambulanten Operationen, die in der urologischen Praxis erfolgt sind, berechenbar.

In der GOÄ sind die Zuschläge im Abschnitt C VIII angeführt. In der allgemeinen Nr. 1 GOÄ dazu heißt es, dass die Zuschläge auch bei einer ambulanten Operation im Krankenhaus berechenbar sind. Damit gelten sie auch für belegärztliche ambulante Operationen. Wird der Patient nach dem ambulanten Eingriff stationär aufgenommen, entfällt die Berechenbarkeit der Zuschläge 442 bis 449 GOÄ (Operation, Anästhesie und Nachbetreuung).

Das gilt aber nicht, wenn die stationäre Aufnahme wegen einer unvorhersehbaren Komplikation erforderlich wurde. Das ist dann in der Rechnung zu begründen. Die Zuschläge 440 GOÄ (OP-Mikroskop) und 441 GOÄ (Laser) bleiben von einer nachfolgenden stationären Aufnahme immer unberührt, sie bleiben berechenbar.

Wann sind die Zuschläge Nrn. 440 bis 445 GOÄ berechenbar?


Die Zuschläge Nr. 440 GOÄ für OP-Mikroskop, Nr. 441 GOÄ für Laser, Nrn. 442 bis 445 GOÄ für die OP sind nur berechenbar, wenn gemäß der allgemeinen Bestimmung Nr. 3 GOÄ die Ziffer für den ambulanten Eingriff in dem dort angeführten „Ziffernkatalog“ beinhaltet ist.


Bei anderen Eingriffen den Zuschlag analog zu berechnen, ist nicht möglich. Bei stringenter Sichtweise besteht keine „Regelungslücke“ in der GOÄ.

Ist der Eingriff im Ziffernkatalog angeführt, ist ihm einer der Zuschläge 442 bis 445 GOÄ zuzuordnen. Dabei kann es nur einen Zuschlag geben. Weder dürfen bei mehreren Eingriffen aus dem Ziffernkatalog deren Punktzahlen addiert werden, noch sind die Zuschläge 442 bis 445 nebeneinander berechenbar. Welcher Zuschlag dann zur Anwendung kommt, richtet sich nach der Punktzahl der höchstbewerteten Leistung.

Beispiel: Vasektomie (Nr. 1756 GOÄ) und Zirkumzision (Nr. 1741 GOÄ) erfolgten ambulant in einer Sitzung. Nur der Zuschlag Nr. 444 GOÄ zur Vasektomie ist berechenbar, nicht daneben die Nr. 442 GOÄ zu der Nr. 1741 GOÄ und auch nicht der Zuschlag 445 GOÄ (was der Addition der Punktzahlen entspräche).

Die Zuschläge der Nrn. 440 und 442 bis 445 GOÄ sind Festbeträge. Nr. 441 GOÄ berechnet sich mit dem Betrag, der zu der betreffenden Leistung als Einfachsatz (ohne Steigerung) ausgewiesen ist. Dabei wird bei 67,49 Euro abgeregelt (Höchstsatz).

Die Zuschläge der Nrn. 442 bis 445 GOÄ sind gegebenenfalls mit den Zuschlägen Nr. 440 GOÄ und/oder 441 GOÄ kombinierbar (und auch Nrn. 448 oder 449 GOÄ). Dabei muss wirklich ein OP-Mikroskop (Nr. 440 GOÄ) bzw. ein Laser (Nr. 441 GOÄ) eingesetzt worden sein.

Mikroskop- und Laserzuschlag sind nicht berechnungsfähig, wenn deren Anwendung bereits in der Leistungsbeschreibung der zugrundeliegenden GOÄ-Ziffer vorgesehen ist. Das stellt auf „mikrochirurgisch“ oder „Laser“ in der Leistungs­beschreibung ab und gilt auch, wenn OP-Mikroskop oder Laser bereits bei der Findung analoger Abrechnungsziffern berücksichtigt wurden.

Berechnung mehrerer ambulanter Eingriffe pro Tag

Erfolgen an demselben Tag bei demselben Patienten mehrere ambulante Eingriffe, können die Zuschläge nur einmal am Behandlungstag berechnet werden. Selbstverständlich berechnet man den Zuschlag dann zu der Sitzung mit dem Eingriff der höchsten Punktzahl.

Zuschläge Anästhesie

Für die Zuschläge Nrn. 446 und 447 GOÄ muss nur eine ambulante Anästhesieleistung mit mindestens 200 Punkten erfolgen. Es gibt dazu keinen „Ziffernkatalog“. Auch hier entscheidet nur die höchstbewertete Leistung über die Zuordnung zum Zuschlag. Da bei ambulanten Anästhesien von mindestens 200 Punkten in der Regel ein Anästhesist herangezogen wird, erfolgt die Berechnung durch den Anästhesisten.

Zuschläge Nachbetreuung

Die Zuschläge nach den Nrn. 448 und 449 GOÄ verlangen die Erbringung einer zuschlagsfähigen Operation (hier zählt der Ziffernkatalog) und (!) einer zuschlagberechtigten Anästhesie.

Hier entscheidet die Zeitdauer der Nachbeobachtung: Unter zwei Stunden ist kein Zuschlag berechenbar, bei zwei bis vier Stunden die Nr. 448 GOÄ, darüber hinaus die Nr. 449 GOÄ. Die Nrn. 448 und 449 GOÄ können nur einem der an der Behandlung beteiligten Ärzte berechnet werden – entweder vom Anästhesisten oder vom Operateur. Wer den Zuschlag berechnet, ist nicht festgelegt. Er kann beispielsweise auch von dem die Einrichtungen bereitstellenden Uro­logen berechnet werden und es kann eventuell eine Aufteilung im Binnenverhältnis erfolgen.

Voraussetzung für die Berechenbarkeit der Nrn. 440 bis 445 GOÄ ist, dass die operative Leistung im Ziffernkatalog zu Abschnitt C VIII der GOÄ angeführt ist

Die Zuschläge 446 und 447 GOÄ verlangen eine ambulante Anästhesie mit mindestens 200 Punkten. In der Regel erfolgt die und die Berechnung des Zuschlags durch den Anästhesisten

Die Zuschläge 448 und 449 GOÄ verlangen eine zuschlagsfähige Operation und (!) eine zuschlagsfähige Anästhesiewichtig