Digital die Arzt-Patienten-Kommunikation verbessern

Die Kommunikation zwischen Arzt und Patient ist nicht immer leicht. Die Zeit des Arztes ist im Praxisalltag knapp bemessen. Der Patient scheut den Gang in die Praxis für kleinste Anliegen, wie beispielsweise das Übermitteln eines Befundes. Überfüllte Wartezimmer und eine hohe Telefonlast kommen hinzu. Der niedergelassene Allgemeinarzt Dr. med. Ralph Jäger aus Aichhalden im Schwarzwald stellt eine digitale Lösung des Problems mit der Arzt-Patienten-Kommunikation vor.

 

„Es mangelt an Lösungen, die das Problem der Arzt-Patienten-Kommunikation angehen. Dabei kann eine Online-Lösung einerseits den Praxisalltag entzerren, Praxisressourcen einsparen und dem Arzt mehr Zeit für die eigentliche Behandlung des Patienten verschaffen. Andererseits ist eine digitale Steuerung der Arzt-Patienten-­Kommunikation möglicherweise ein geeignetes Mittel dem Arztmangel auf dem Land entgegen­zuwirken bzw. dessen Auswirkungen abzumildern“, sagt Dr. Jäger.

Dr. Jäger führt eine Praxisgemeinschaft, der fünf Arztpraxen angehören. Die Praxisgemeinschaft hat ein hohes Patienten­aufkommen. Pro Tag sind bis zu vier Medizinische Fachangestellte (MFA) mit Telefonaten beschäftigt, um die Telefonlast zu bewältigen. Die meisten Patienten, die in der Praxis anrufen, wollen Laborergebnisse erfahren, Termine vereinbaren oder sich über medizinische Fragen rückversichern.

Der medizinisch-fachliche Austausch zwischen Kollegen kann ebenfalls zeit­intensiv sein. Zum Beispiel, wenn ein Kollege Vorabinformationen zum Krankheitsfall eines Patienten benötigt. Eine weitere Problematik ist die Administration in der Praxis. Wenn beispielsweise für einen Patienten mit Husten ein Röntgenbild der oberen Atemwege beim Radiologen angefordert werden soll, kann der Vorgang langwierig sein.

Prototyp in Praxis getestet

Um diese Problematiken des Praxisalltags anzugehen, hat Dr. Jäger in Zusammen­arbeit mit der adesso AG eine Kommunikationsanwendung entwickelt. Die Online-­Lösung MediOne ermöglicht den direkten Austausch von Informationen, ohne Wege und innerhalb einer geringen Zeitspanne. Die Kommunikationsanwendung vernetzt Arztpraxen untereinander, Praxen mit Patienten und mit Gesundheitsinstitutionen.

„Mit MediOne haben wir einen direkten asynchronen Kommunikationsdraht zwischen Ärzten unter­einander sowie Arzt und Patient entwickelt. Seitdem wir die Software in der Praxis nutzen ist die Telefonlast deutlich zurückgegangen“, berichtet Dr. Jäger.

Auch Ressourcen wie beispielsweise die Verfügbarkeit mehrerer MFA, die sich ausschließlich um das Telefon kümmern müssen, konnten eingespart werden. Der Austausch mit den Kollegen verliefe nun effizienter beispielsweise das Anfordern eines Befundes. Erfreulich sei auch, dass immer weniger Patienten ihre Termine vergäßen, da die Software eine Erinnerungsfunktion beinhaltet.

Neue Patientengruppe erschlossen

Die Anwendung der modernen Kommunikationslösung hat zudem dazu geführt, dass eine neue Patientengruppe erreicht werden konnte.

„Wir sehen eine echte neue Patientengruppe im Alter von 20 bis 40 Jahren durch die Erprobungsphase des Prototyps – nämlich junge Patienten, die berufstätig sind und tagsüber keine Zeit haben zum Arzt zu gehen“, schildert Dr. Jäger.

Wie funktioniert die Kommunikationsanwendung?

In der Regel benutzt die MFA in der Praxis die Kommunikationslösung über den Desktop des Praxis-PCs, während die Mehrheit der Patienten sie als App über das Smartphone nutzt. Größtenteils werden mit der Software Befunde übermittelt und Termine organisiert.

Installation der Anwendung

Der Arzt kann MediOne herunterladen, indem er über den Praxis-­PC in das Internet geht und die Anwendung über die Seite des Herstellers herunterlädt. Er kann sie  aber auch als App herunterladen. Die Anwendung muss hierbei nicht an die Praxissoftware angeschlossen werden. Anschließend meldet der Arzt sich über den Desktop im System von MediOne an. Nun kann der Arzt das Programm einen Monat lang kostenlos testen.

Mit der Anmeldung muss der Arzt verifizieren, dass er ein Mediziner ist. Die Verifizierung erfolgt entweder über DocCheck oder über die Kontaktaufnahme mit dem Hersteller. Dies dauert in der Regel einige Minuten. Wenn der Arzt sich registriert hat und online ist, kann er seine persönlichen Nutzereinstellungen bearbeiten. Dazu gehört beispielsweise die Sichtbarkeit des Arztprofils online. Der Arzt kann entscheiden, ob er online für seine Patienten sichtbar bzw. zum Dialog verfügbar oder unsichtbar sein möchte. Damit ist der Prozess der Software-Einrichtung abgeschlossen.

Patienten laden die App im App­store herunter. Die Kommunikation mit der Praxis kann schon vor dem erstmaligen Arzt-Patienten-Kontakt erfolgen, für sensible Befunde und zur erweiterten Sicherheit kann die Identifikation und Verifikation des Patienten persönlich durch einen QR-Code-Scan bestätigt werden. Für Patienten ist die Nutzung kostenlos.

Wichtig zu wissen ist, dass die Benutzung der Software als Desktop-­Anwendung durch die MFA zu unterscheiden ist von der Nutzung durch den Arzt über seinen eigenen PC oder über ein mobiles Endgerät.

Wie funktioniert die Arzt-Patienten-Kommunikation mit der Anwendung?


Hat ein Patient nun eine Anfrage, beispielsweise zu seinen Laborergebnissen, schreibt der Patient seine Anfrage über MediOne an die Praxis. Die MFA erhält die Nachricht in MediOne und bearbeitet die Anfrage direkt. Nur besondere medizinische Fragen werden dann in der Regel an den Arzt weitergeleitet. Wenn der Arzt sich direkt an den Patienten wenden möchte, kann er darüber entscheiden, ob er die Kommunikation mit dem Patienten weiter führen möchte, oder ob der Kommunikationskanal mit dem Patienten nach der Beantwortung des Anliegens wieder geschlossen werden soll.


Wie wird der Datenschutz gewährleistet?

Die Kommunikation über die Anwendung ist Ende-zu-Ende verschlüsselt. Nachrichten werden auf dem Gerät des Senders verschlüsselt, von der Anwendung quasi „transportiert“, und dann auf dem Gerät des Empfängers entschlüsselt und dort gespeichert. Das einzige, was MediOne auf einem deutschen Server speichert, sind die Profile, die die Ärzte selbst über sich angelegt haben (Praxisname, Adresse, Öffnungszeiten).

„Patient und Arzt können die Anwendung sofort benutzen, denn die Anwendung ist DSGVO-­konform“, versichert Dr. Jäger.

Kosten der Anwendung

Das Abonnement für die Kommunikationslösung kostet kleine bis mittelgroße Praxen 25 Euro im Monat. Das Abonnement beinhaltet die Nutzung der Software auf insgesamt zehn Geräten (z. B. Praxis-PC, Arzt-PC, MFA-Smartphones). Gegen einen Aufpreis kann die Anwendung auf weiteren Geräten installiert werden. MediOne ist mit Android und iOS kompatibel.

  • MediOne auf einen Blickgeschützte Kommunikationsanwendung
  • auf Ärzte, deren Fachpersonal sowie weitere Gesundheitsberufe ausgerichtet
  • sicher und einfach untereinander sowie mit Patienten kommunizieren
  • mittels Chatfunktion z. B. Rezepte ordern
  • Installation auf zwei Wegen:

           1. App aus App-Store auf das Smartphone herunterladen

           2. auf Desktop-Anwendung (für Mac oder Windows) klicken

  • Abo für 10 Lizenzen: 25,00 Euro pro Monat
  • Nutzung von fünf Personen
  • Weitere sechs Lizenzen: 12,00 Euro
  • kostenlose Nutzung für Patienten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

► Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Herstellers www.medione.health

Amelie Kaufmann