Magnetfeldtherapie gegen Schmerzen

Insbesondere bei Schmerzen, die durch degenerative Gelenkerkrankungen hervorgerufen werden, hat sich die Magnetfeld­therapie auch in der hausärztlichen Praxis bewährt.

Neben degenerativen Gelenkerkrankungen als Hauptanwendungsgebiet sind zum Beispiel auch Entesopathien, Osteoporose, Spannungskopfschmerz, Allergien und die Stärkung des Immunsystems Einsatzgebiete der Magnetfeldtherapie. In der Richtlinie „Methoden vertragsärztlicher Versorgung“ ist „Magnetfeldtherapie ohne Anwendung implantierter Spulen“ in der Anlage 2 „Methoden, die nicht als vertragsärztliche Leistung zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen erbracht werden dürfen“ angeführt. Damit ist die „äußerliche“ Magnetfeldtherapie immer IGeL. Auch bei Privatpatienten kann man nicht von einer Erstattung durch den Kostenträger ausgehen. Private Kostenträger verhalten sich sehr unterschiedlich, Beihilfen haben in ihren Beihilfeverordnungen Magnetfeldtherapien entweder ganz von der Erstattung ausgeschlossen oder erstatten nur in Verbindung mit chirurgischer Therapie (vergleichbar der Bestimmung in der Richtlinie).

Pulsierende Magnetfeldtherapie

Ärztliche Magnetfeldtherapie ist in der Regel die durch pulsierende Magnetfelder, bei denen individuell und krankheitsbezogen Frequenz und Intensität der Magnetfelder variiert werden können, die sogenannte Pulsierende Magnetfeldtherapie (PMT), auch Pulsierende Signaltherapie (PST). Als Kontraindikationen gelten absolut Schrittmacher und andere Elektroimplantate. Bei Schwangeren sollten Magnetfeldbehandlungen nur in Ausnahmefällen zur Anwendung kommen.

PMT/PST kann in zeitlich dichter ­Folge und auch über längere Zeiträume angewandt werden. Häufig erfolgen zehn bis 20 Sitzungen von jeweils zehn bis 40 Minuten Dauer. Bei Erkrankungen des Bewegungsapparats erfolgen oft kürzere und ­häufigere Einzelanwendungen mit Variierung von Frequenz und Intensität.

WichtigMagnetfeldtherapie ist eine in relativ vielen Hausarztpraxen erfolgreich eingesetzte IGeL, insbesondere zur Behandlung von Schmerzen des Bewegungsapparates

Die Abrechnung muss durch Analogabgriff erfolgen, gängig ist die Berechnung mit der Nr. 838 analog und Bildung des individuell angemessenen Preises durch Anwendung eines entsprechenden Faktors

Auch bei Privatpatienten wird Magnetfeldtherapie häufig (insbesondere bei der Beihilfe) nicht erstattet. Nach § 630c BGB besteht dazu eine wirtschaftliche Aufklärungspflicht, sodass ein Behandlungsvertrag zu empfehlen ist, der dem Behandlungsvertrag bei IGeL-Patienten ähnelt

Hinweis auf potenzielle Nebenwirkungen

Bei allen Patienten können sich zu Beginn der Behandlung die Beschwerden verstärken. Darauf sollten die Patienten hingewiesen werden, jedoch sollte die Therapie deshalb nicht abgebrochen werden. Die initiale Verstärkung der Beschwerden gilt vielmehr als Anzeichen des Ansprechens des Organismus auf die Therapie. Gleiches gilt für selten zu beobachtende Übelkeit und Brechreiz. Bei initialer Verstärkung der Beschwerden ist hinsichtlich einer analgetischen Therapie Zurückhaltung angebracht, weil sonst die Wirkung der Magnetfeldtherapie nicht mehr sicher beurteilt werden kann.

Abrechnung Magnetfeldtherapie

Die Magnetfeldtherapie muss analog abgerechnet werden. Ärzte­kammern empfehlen die Heranziehung der Nr. 554 GOÄ (Hydroelektrisches Vollbad, 91 Punkte, 1,8fach 9,55 € je Sitzung). Angesichts der Therapiekosten beim Arzt muss dieses Honorar aber als zu gering angesehen werden. Schließlich fordert der § 6 Abs. 2 GOÄ für den Analogabgriff die „Gleichwertigkeit“.

► Es steht dem Arzt frei, seinen eigenen Analog­abgriff vorzunehmen.

Unter Berücksichtigung der Gerätekosten und des Zeitaufwands der Leistung kann die Analogabrechnung mit der Nr. 838 GOÄ (EMG) vorgenommen werden. Selbstverständlich kann innerhalb der Spanne von 32,06 Euro (Einfachsatz) bis zum 2,3-fachen Satz (73,73 €) jeder angemessene Preis pro Sitzung gebildet werden, durch Ansatz eines „krummen“ Faktors auch ein glatter Endpreis je Sitzung.

► Höhere Preise als 73,73 Euro je Sitzung sind nicht zu beobachten.

Der bei IGeL erforderliche schriftliche Behandlungsvertrag erscheint selbstverständlich. Aber auch bei Privatpatienten sollte man, weil die Kostenübernahme nicht (Beihilfe) oder möglicherweise nicht (PKV) gewährleistet ist, einen schriftlichen Behandlungsvertrag schließen. Während bei IGeL-Patienten durch die vorherige Kostenaufklärung nachträgliche ­Einwände gegen die Rechnungsstellung sehr selten sind, ist das bei Privatpatienten nach Nichterstattung häufiger zu beobachten. Durch die vorherige schriftliche Aufklärung über die Kosten, mögliche Nichterstattung und eigene Zahlungspflicht des Patienten ist man dann auch den Forderungen des § 630c BGB nachgekommen.