Gynäkologie: GOP, bei denen die Dokumentation verstärkt geprüft wird

Bei Prüfungen der Behandlungsunterlagen wird zunehmend auch die Dokumentation der abgerechneten Gebührenordnungspositionen (GOP) einbezogen.

Gemäß § 57 Bundesmantelvertrag sind alle erbrachten Leistungen in geeigneter Weise zu dokumentieren und die ärztlichen Aufzeichnungen mindestens zehn Jahre nach Abschluss der Behandlung aufzubewahren, auch nach dem Tod der Patienten oder Aufgabe der Praxis.

Gynäkologische GOP Kapitel 8 EBM

In Kapitel 8 des EBM sind die fachtypischen gynäkologischen GOP gelistet. Beispiele für beanstandete Dokumentationen:

GOP 08333 EBM: Obligat sind eine rektale Untersuchung und Proktoskopie, die Dokumentation des Ergebnisses der rektalen Untersuchung wird häufig vergessen.

GOP 02300 bis 02302 EBM: Bei klein­chirurgischen Eingriffen wird bei der Berechnung dieser GOP häufig nicht ausreichend detailliert dokumentiert in welchem Modus der Eingriff erbracht wurde. Somit kann nicht festgestellt werden, ob die Abrechnung einer der GOP 02300 bis 02302 einem der obligaten Leistungsinhalte entspricht, die in den Leistungsbeschreibungen dieser GOP unter Spiegelstrichen gelistet sind. Besonderheit der GOP 02300: Zur Berechnung dieser GOP ist lediglich ein operativer Eingriff mit einer Dauer von bis zu fünf Minuten erforderlich. Gemäß 4.3.7.2 der allgemeinen Bestimmungen des EBM setzen operative Eingriffe die Eröffnung von Haut oder Schleimhaut oder eine Wundversorgung voraus.

auf einen BlickBei diesen GOP wird die Dokumentation verstärkt geprüft:

  • GOP 08333: Prokto-/Rektoskopie
  • GOP 02300 bis 02302: Klein­chirurgischer Eingriff/primäre Wundversorgung/Epilation
  • GOP 08345: Onkologiepauschale
  • Ultraschallleistungen
  • GOP 35100 und 35110: Psycho­somatik-Ziffern

Punktionen sind nicht als operative Eingriffe zu werten. Für die in der Regel in der Praxis durchgeführten Punktionen gibt es eigenständige GOP, dasselbe gilt für bestimmte Biopsien. Zwar wird bei i. v.- oder i. m.-Injektionen Haut oder Schleimhaut eröffnet, um einen operativen Eingriff im Sinne des EBM handelt es sich aber nicht, sie sind mit der Berechnung einer Grundpauschale abgegolten. Aber: Abrechnungsvoraussetzung für die GOP 02300 ist ein Eingriff von bis zu fünf Minuten, eine Mindestzeit ist nicht vorgegeben. Auch sekundenschnelle Eingriffe können mit der GOP 02300 berechnet werden, z. B. Eröffnung einer Haarfollikel oder einer entzündeten Talgdrüse im Intimbereich. Der entsprechende Sachverhalt ist zu dokumentieren.

 

Onkologiepauschale GOP 08345

Die meisten Beanstandungen betreffen die Onkologiepauschale GOP 08345. Diese GOP kann bis zwei Jahre nach einer spezifischen Tumortherapie (Zytostatika- oder Strahlenbehandlung, operative Behandlung) für die Nachbetreuung berechnet werden. Dementsprechend wird die GOP 08345 in der Regel bei den betreffenden Patientinnen in bis zu acht Quartalen nach Beendigung der spezifischen Tumorbehandlung routinemäßig abgerechnet. Insbesondere bei Abrechnung der GOP 08345 in Folgequartalen wird häufig versäumt, die Erbringung aller obligaten Leistungsinhalte zu dokumentieren. Unter insgesamt sechs Spiegelstrichen sind die obligaten Leistungsinhalte der GOP 08345 gelistet, die in jedem Quartal mit Abrechnung dieser GOP erbracht und dokumentiert werden müssen. Haben sich gegenüber den Vorquartalen keine Änderungen ergeben, wird es auch als ausreichend angesehen, wenn auf die im Vorquartal erhobenen Befunde verwiesen wird.

wichtigBei jeder Abrechnung einer GOP alle obligaten Leistungsinhalte dokumentieren

Bei Abrechnung derselben GOP über mehrere Quartale in jedem Quartal die Erbringung aller obligaten Leistungsinhalte dokumentieren

Bei Abrechnung der Psychosomatikpositionen 35100 und 35110 unbedingt eine F-Diagnose angeben

Ultraschall

Bei Ultraschalluntersuchungen ist die Darstellung der untersuchten Organe zu dokumentieren, entweder mit einem Bild oder einer digitalen Aufzeichnung. Die Aufzeichnungen müssen mindestens zehn Jahre nach Abschluss der Behandlung aufbewahrt werden, jederzeit abrufbar und jeweils mit eindeutiger Patientenidentifikation versehen sein. 

GOP 35100 und 35110

Die meisten Gynäkologen haben die Genehmigung zur Abrechnung der Psychosomatikpositionen 35100 und 35110. Bei Abrechnung der GOP 35100 sind die ätiologischen Zusammenhänge mit der psychosomatischen Erkrankung zu dokumentieren, eine entsprechende Diagnose aus dem Kapitel 5 des ICD-10 (F00 bis F99) ist anzugeben. Zur Abrechnung der Differentialdiagnostik nach GOP 35100 ist der Verdacht auf eine entsprechende Erkrankung (Zusatz V) ausreichend, bei Abrechnung verbaler Interventionen nach GOP 35110 ist eine F-Diagnose mit dem Zusatz G anzugeben.

► Stand: Februar 2021

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