Mangelhafte Softwarefunktionalität schränkt Praxisabläufe ein

Die Unzufriedenheit mit der Software in Arztpraxen ist laut einer bundesweiten Umfrage weit verbreitet. Mit der Umfrage möchte das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung die Funktionalität und Nutzerzufriedenheit im unübersichtlichen Praxissoftwaremarkt in Deutschland transparenter machen.

Drei von vier Arzt- und Psychotherapiepraxen in Deutschland würden ihre aktuelle Praxissoftware eher nicht weiterempfehlen. Rund die Hälfte der niedergelassenen Praxen ist unzufrieden mit ihrer jeweiligen Software. Lediglich eine von vier Praxen ist mit der Software zufrieden und würde sie weiterempfehlen. Die am weitesten verbreiteten Systeme gehören eher nicht dazu. Fast die Hälfte der Softwarenutzer berichtet, dass der Praxis­ablauf mehrmals pro Woche oder täglich durch Softwarefehler gestört wird. 

Alternativen

WichtigNach einer Statistik der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) waren zum 30. Juni 2023 130 unterschiedliche Softwaresysteme in der Anwendung. Darunter sind viele kleinere Anbieter und Auslaufmodelle (76) unterhalb von 100 Installationen. Knapp 40 % der Softwareinstallationen entfallen auf zwei Systemhäuser.

Der Hintergrund der Zi-­Umfrage ist die Einführung der TI, die von den Software-Anbietern unterschiedlich gut umgesetzt wird.

Wer sich zu einem Wechsel der Praxissoftware entschließt und aus dem breiten Angebot die richtige Auswahl getroffen hat, kann die Zufriedenheit deutlich steigern – auch wenn dadurch offenbar nicht alle Probleme bei der Umsetzung der gesetzlich vorgegebenen Telematik-Infrastruktur (TI) beseitigt werden können.

Das sind die zentralen Ergebnisse einer bundesweiten Praxisumfrage, mit der das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) eine breite Transparenz über Funktionalität und Nutzerzufriedenheit im unübersichtlichen Praxissoftwaremarkt in Deutschland schaffen möchte. Zwischen dem 1. März und 14. April 2024 konnten 10.245 Online-Fragebögen in die Analysen einbezogen werden. Davon sind rund 64 % von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten ausgefüllt worden, 22 % von niedergelassenen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, 4 % von angestellten Ärztinnen und Ärzten und 9 % von Medizinischen Fachangestellten und anderem Praxis­personal. 

Softwareausfall

Fällt die Software aus und gibt es Probleme den Support zu erreichen, steht die Praxis still. Der Ausfall kann je nach Softwaresystem unterschiedlich häufig vorkommen: Nur 19,1 % aller Teilnehmenden gaben an, dass keine (bzw. kaum) Fehler im Praxisverwaltungssystem auftreten oder das der Praxisablauf nur einige Male im Jahr durch Softwareprobleme gestört wird. Unter den besonders zufriedenen Softwarenutzern liegt der Anteil dieser Antworten mit 40,7 % mehr als doppelt so hoch. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Ursache von Softwarefehlern auch außerhalb der eigentlichen Praxissoftware, also beim Konnektor oder der gematik liegen kann. Dies können unter anderem Gründe dafür sein, dass selbst unter den zufriedenen Softwarenutzern immer noch ein Viertel darüber berichten, dass der Praxisablauf mehrmals pro Woche oder täglich durch Softwarefehler gestört wird. Unter den unzufriedenen Softwarenutzern liegt der Anteil derjenigen, die von mehrmals wöchentlichen bis hin zu täglichen softwarebedingten Störungen des Praxisablaufs berichten, bei 60,2 %. Dieser Anteil kann bei einzelnen Softwareanbietern noch höher liegen.

► Die vollständige Auswertung der Umfrage-­Ergebnisse wird das Zi zu einem späteren Zeitpunkt präsentieren.

Quelle: Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi)

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