Erstattung von Versandkosten für Arztbriefe ab Juli neu geregelt

Die Erstattung von Versandkosten für Arztbriefe und Befunde wird zum 1. Juli 2020 neu geregelt, wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung mitteilt. Für Portokosten gibt es nur noch eine Pauschale. Neu ist zudem eine Fax-Kostenpauschale. Damit sollen elektronische Arztbriefe stärker gefördert werden.

auf einen blickErstattung von Kosten für den Versand von Arztbriefen

Gültig ab 1. Juli 2020

Bei elektronischer Post wird der Versand und der Empfang von Briefen abgerechnet und vergütet:  

  • Versand von Briefen: GOP 86900 für den Versand (0,28€) plus GOP 01660 für die Strukturförderpauschale (1 Punkt / 0,1099€)
  • Empfang von Briefen: GOP 86901 für den Empfang (0,27€)

Hinweise

  • GOP 86900 und 86901: Für die Pauschalen 86900 und 86901 gilt ein gemeinsamer Höchstwert von 23,40€ je Quartal und Arzt. Das heißt: Mehr Geld bekommt der Arzt oder Psychotherapeut nicht erstattet, auch wenn er mehr eArztbriefe versandt und/oder empfangen hat. Für die GOP 01660 gibt es keinen Höchstwert.
  • GOP 01660: Der Versand des eArztbriefes wird in den nächsten drei Jahren zusätzlich mit einem EBM-Punkt (10,99 Cent) pro Brief gefördert. Die knapp elf Cent pro Brief werden auch gezahlt, wenn die Praxis den Höchstwert von 23,40€ erreicht hat.

Beispiel

  • Ein Arzt versendet 25 eArztbriefe und empfängt 75 eArztbriefe. Er erhält den Höchstbetrag von 23,40€ zuzüglich der Strukturförderpauschale für den Versand von rund 2,75€ (25 x 10,99 Cent)

Auf eine Umstellung der Vergütungssystematik haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband geeinigt. Sie setzen damit eine gesetzliche Vorgabe um, nach der der Versand elektronischer Arztbriefe (eArztbriefe) und Befunde, stärker gefördert werden soll. Hintergrund ist die zunehmende Digitalisierung im Gesundheitswesen.

Nach den Vorgaben des Gesetzgebers darf die Vergütung für den Fax-Versand maximal halb so hoch sein wie die Vergütung für den eArztbrief. Damit soll der Umstieg in die elektronische Kommunikation beschleunigt werden.

Strukturförderpauschale für eArztbriefe

Elektronische Arztbriefe werden deshalb ab 1. Juli besser bezahlt.

Ärzte und Psychotherapeuten erhalten:

  • weiterhin 28 Cent für den Versand (GOP 86900) und
  • 27 Cent für den Empfang (GOP 86901) je Brief
  • Neu ist eine Strukturförderpauschale (GOP 01660) für den Versand von einem EBM-Punkt (0,1099€) je Brief.

Für beide Pauschalen 86900 und 86901 gilt ein gemeinsamer Höchstwert von 23,40 Euro je Quartal und Arzt. Unbegrenzt wird dagegen die Strukturförderpauschale gezahlt – für jeden versendeten Brief extrabudgetär. Die Förderpauschale ist vorerst für drei Jahre befristet und soll den Anreiz zum elektronischen Versand erhöhen.

Eine Pauschale für den Postversand

Für den Versand von Arztbriefen und anderen Unterlagen per Post gibt es ab Juli nur noch die Porto-Kostenpauschale 40110 (0,81€). Die bisherigen Kostenpauschalen 40120 bis 40126 für das Porto sowie die Kostenpauschale 40144 für Kopien werden zum 1. Juli gestrichen.

► Ob ab Juli auch die GOP 40122 entfällt, hängt von der Entwicklung der Corona-Pandemie ab. Über diese Kostenpauschale erhalten Praxen aktuell die Versandkosten für telefonisch ausgestellte AU-Bescheinigungen, Folgerezepte, Überweisungen, etc. in Höhe von 0,90€ je Brief bezahlt. Diese Regelung gilt vorerst bis 30. Juni.

Neue Fax-Kostenpauschale

Ebenfalls neu ab dem 1. Juli ist eine eigene Fax-Kostenpauschale im EBM. Die Abrechnung erfolgt über die neue GOP 40111. Die Fax-Pauschale ist zunächst mit 0,10€ je Telefax bewertet, ab 1. Juli 2021 mit 0,05€.

Höchstwert für Porto und Fax

Die Kostenpauschalen 40110 für das Briefporto und die 40111 für das Fax unterliegen einem gemeinsamen Höchstwert je Arzt bzw. Psychotherapeut. Der Höchstwert ist arztgruppenspezifisch festgelegt.

eArztbriefe: Finanzierung des Übertragungsdienstes

Der Versand von eArztbriefen soll künftig nur noch über den Übermittlungsdienst „Kommunikation im Medizinwesen“, kurz KIM, erfolgen. Der Dienst, der bisher unter der Bezeichnung KOM-LE firmierte, wird von der gematik für die Telematikinfrastruktur zugelassen und soll für eine größtmögliche Sicherheit sorgen.

  • Die Krankenkassen zahlen eine Betriebskostenpauschale von 23,40 Euro pro Quartal je Praxis.
  • Ärzte und Psychotherapeuten erhalten für die Einrichtung von KIM zusätzlich einmalig 100 Euro je Praxis.

Hinweis zu KV-Connect

Für die Übermittlung von eArztbriefen gelten die Regelungen der Richtlinie elektronischer Arztbrief der KBV. Aus diesem Grund sind die Pauschalen bis zur Verfügbarkeit des Kommunikationsdienstes KIM vorerst auch noch für versendete und empfangene eArztbriefe über KV-Connect abrechenbar.

Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung