Periphere arterielle Verschlusskrankheit: Wann ist Rivaroxaban indiziert?

T. Schilling, K. Kröger, H. Böhner, T. Nowak, U. Klemp, S. Pourhassan, M. Pillny, P. Fellmer, M. Aleksic, T. Petzold

Die Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie sowie die deutsche S3-Leitlinie empfehlen bei Patienten mit symptomatischer peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK) eine antithrombozytäre Therapie mit Acetylsalicylsäure (ASS). Es liegen bislang allerdings keine großen überzeugenden Studien vor, die einen Nutzen von ASS in der Reduktion der vaskulären Endpunkte bei Patienten mit einer PAVK zeigen. Dies gilt gleichermaßen für das Verzögern der Manifestation der PAVK und die Progressionshemmung der peripheren Atherothrombose. In der COMPASS-Studie war die Kombinationstherapie von Rivaroxaban zweimal 2,5 mg täglich + ASS 100 mg der ASS 100-mg-Monotherapie sowohl in der Verhinderung kardiovaskulärer (Hazard Ratio (HR) 0,72, 95 %-KI 0,57-0,90, p=0,0047) als auch peripher vaskulärer Endpunkte einschließlich einer Amputation überlegen (HR 0,45; 95 %-KI 0,35-0,82, p=0,037). Allerdings treten unter der Kombinationstherapie auch mehr Blutungen auf (HR 1,61, 95 %-KI 1,12–2,31, p=0,0089). Da dies die erste Studie ist, die gegenüber der bisherigen nicht evidenzbasierten Standardtherapie eine Überlegenheit zeigt, sollte nach Meinung der Autoren bei Patienten mit symptomatischer PAVK der Kombinationstherapie von Rivaroxaban zweimal 2,5 mg täglich + ASS 100 mg der Vorzug gegenüber der Monotherapie mit ASS 100 mg gegeben werden, wenn diese Patienten ein geringes Blutungsrisiko aufweisen.


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