Eigenes Konzept zur Patientensteuerung
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat ein eigenes Konzept zur Patientensteuerung im Rahmen des geplanten Primärarztsystems beschlossen.
Es enthält Vorschläge, wie eine Patientensteuerung in der Notfall-, Akut- und Regelversorgung aussehen kann. Das Konzept sieht zur Regelversorgung vor, dass gesetzlich Krankenversicherte einen Vertragsarzt wählen, der als erster Ansprechpartner die Steuerung übernimmt und den weiteren Behandlungsverlauf koordiniert. Als Primärärzte sollen Hausärzte, Kinder- und Jugendärzte sowie Gynäkologen fungieren. Patienten, die z. B. unter einer schweren chronischen Erkrankung leiden, soll weiterhin der Direktzugang zum Facharzt ohne Überweisung möglich sein. Ebenfalls ohne Überweisung sollen Augenärzte und Psychotherapeuten aufgesucht sowie Termine für Impfungen und Früherkennungsuntersuchungen wahrgenommen werden können. Die Patientensteuerung soll durch die 116117 ergänzt (z. B. bei jungen Patienten, ohne Vorerkrankungen) und über eine Vorhaltefinanzierung getragen werden. Versicherte, die weiter ungesteuert Fachärzte aufsuchten, sollten sich hingegen an den Kosten beteiligen.
Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung