Hausärztliche Praxis neu denken
Erst in die Hausarztpraxis und nur wenn nötig zum Spezialisten. Diese Regel soll auch in Deutschland eingeführt werden.
Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) setzt sich für ein solches Primärarztsystem ein, da es die Qualität der medizinischen Versorgung verbessere und dazu beitrage, personelle und finanzielle Ressourcen zu schonen [...], so Prof. Martin Scherer, Präsident der DEGAM.
Dazu gibt es auch kritische Stimmen und Vorschläge für Ausnahmen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) z. B. hat ein Konzept vorgelegt, in dem bezweifelt wird, dass der Weg zum Hausarzt für alle Altersgruppen sinnvoll sei. Sie listet Ausnahmen auf, die an der Hausarztpraxis vorbeiführen. Laut DEGAM wäre es sinnvoller, darüber nachzudenken, wie die Rahmenbedingungen für ein Primärarztsystem gestaltet werden müssen: z. B. Team-Praxen, in denen gut ausgebildete Gesundheitsberufe bestimmte Tätigkeiten übernehmen, um Behandler zu entlasten. Überversorgung und Bürokratie müssten abgeschafft und kluge, digitale Lösungen eingesetzt werden. Im Übrigen gäbe es mit der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) hierzulande längst ein System, durch das die Hausarztpraxis koordiniere und eng mit Fachdisziplinen arbeite.
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e. V. (DEGAM)