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Cookie-Einstellungen anpassenKeine Investition in Medizintechnik ohne Wirtschaftlichkeits-Check
Ultraschallgeräte, Langzeit-Blutdruckmessgeräte, Langzeit-Belastungs- und EKG-Systeme oder telemedizinische Monitoringsysteme: Moderne Medizintechnik spielt in ärztlichen Praxen eine zunehmend wichtige Rolle für Diagnostik, Patientenbindung und Praxisprofilierung. Doch nicht jede medizinisch sinnvolle Anschaffung ist automatisch auch wirtschaftlich tragfähig. Gerade in Zeiten steigender Investitionskosten, begrenzter Budgets und zunehmenden Wirtschaftlichkeitsdrucks gewinnt eine systematische betriebswirtschaftliche Bewertung an Bedeutung.
Wie sich beurteilen lässt, ob eine Investition langfristig einen positiven Ergebnisbeitrag zur Praxis leistet, die Liquidität stabil hält und das eingesetzte Kapital innerhalb eines angemessenen Zeitraums zurückfließt, wird im Folgenden Schritt für Schritt dargestellt – unter anderem am Beispiel einer Investitionsanalyse für ein Ultraschallgerät (vgl. Infobox).
Schritt 1: Umsatzpotenzial realistisch kalkulieren
Zu den zentralen Einflussgrößen einer Wirtschaftlichkeitsanalyse zählen insbesondere die Auslastung sowie die erzielbaren Leistungsvergütungen. Handelt es sich um eine Ersatz- oder Erweiterungsinvestition, besteht der Vorteil darin, dass belastbare Erfahrungswerte zu Leistungsmengen und -erlösen sowie den tatsächlichen Betriebskosten aus dem Praxisalltag vorliegen.
Deutlich anspruchsvoller ist die Bewertung bei einer Neuinvestition. Hier müssen diese Werte prognostiziert werden. Um wirtschaftliche Fehleinschätzungen zu vermeiden, empfiehlt sich ein konservativer Planungsansatz. Sinnvoll ist es, zunächst das realistisch erreichbare Patientenpotenzial im eigenen Einzugsgebiet zu analysieren und einzuschätzen, wie viele Leistungen unter Berücksichtigung möglicher Budget- und Mengenbegrenzungen in der eigenen Praxis tatsächlich erbracht und vergütet werden können. Wichtige Anhaltspunkte liefern dabei unter anderem eine Analyse der vorhandenen Diagnosedaten aus dem Praxisverwaltungssystem, der regionalen Wettbewerbsstrukturen sowie des Potenzials relevanter Zuweiser und Erfahrungswerte vergleichbarer Praxen.
Tipp: Anlaufzeiten einplanen
Neue Leistungen benötigen häufig eine gewisse Anlaufzeit, bis stabile Fallzahlen erreicht werden. Gerade bei spezialisierten Verfahren wird die anfängliche Auslastung oft überschätzt. Deshalb empfiehlt es sich, unterschiedliche Auslastungsszenarien durchzurechnen, um die Robustheit der Investition gegenüber anfänglich niedrigeren Fallzahlen bzw. Erlösen besser beurteilen zu können. Zudem sollten mögliche Genehmigungs- und Abrechnungsvoraussetzungen der KV frühzeitig berücksichtigt werden.
Schritt 2: Laufende Gerätekosten vollständig berücksichtigen
Mit der Anschaffung eines Gerätes entstehen im laufenden Betrieb zusätzliche Aufwendungen, die in einer belastbaren Wirtschaftlichkeitsanalyse vollständig berücksichtigt werden müssen. Hierzu zählen insbesondere Kosten für Wartung und Service, Softwarelizenzen, Verbrauchsmaterialien, Hygienemaßnahmen sowie den erforderlichen Personaleinsatz. Darüber hinaus sind auch die Finanzierungskosten einzubeziehen.
Schritt 3: Liquidität und Rentabilität analysieren
Viele Ärztinnen und Ärzte orientieren sich bei Investitionsentscheidungen primär an der erwarteten Rentabilität. Entscheidend ist jedoch nicht nur, ob eine Investition langfristig zu Gewinnen führt, sondern vor allem, ob die Praxis die damit verbundenen laufenden Zahlungsverpflichtungen dauerhaft tragen kann. Denn auch wirtschaftlich profitable Investitionen können die Praxis finanziell belasten, wenn Finanzierungsraten oder laufende Betriebskosten zu hoch ausfallen. Daher ist eine systematische Analyse der Liquiditätsentwicklung unverzichtbar.
Eine erste Auskunft über die Liquiditätslage gibt der betriebliche Cashflow. Er zeigt, wie viel finanzielle Mittel nach Abzug der laufenden Betriebskosten tatsächlich zur Verfügung stehen und beschreibt damit die Auswirkungen der Investition auf die reale Zahlungsfähigkeit der Praxis. Um zu ermitteln, wie sich die Investition auf das Betriebsergebnis auswirkt, sind vom Cashflow die Abschreibungen abzuziehen. Diese erfassen die Abnutzung und den Wertverlust des Gerätes und verteilen Anschaffungskosten auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Nach Berücksichtigung der Abschreibungen ergibt sich das operative Ergebnis der Investition, aus dem die anfallenden Ertragsteuern zu begleichen sind.
Erfolgt die Finanzierung ganz oder teilweise aus Eigenmitteln, sollten zusätzlich kalkulatorische Zinsen in die Wirtschaftlichkeitsanalyse einbezogen werden. Sie bilden die Opportunitätskosten des investierten Eigenkapitals ab, da dieses nicht mehr alternativ verwendet oder verzinslich angelegt werden kann. Dadurch lässt sich die tatsächliche Kapitalbindung realistischer bewerten und die Wirtschaftlichkeit unterschiedlicher Investitionsalternativen besser vergleichen.
Aus dem resultierenden Liquiditätsüberschuss ist schließlich die vereinbarte Kredittilgung zu leisten. Diese wirkt sich – im Gegensatz zu den Zinsaufwendungen – nicht gewinnmindernd aus, führt jedoch in voller Höhe zu einem Abfluss liquider Mittel. Gerade hierin zeigt sich ein zentraler betriebswirtschaftlicher Zusammenhang: Ein positiver Gewinn bedeutet nicht automatisch, dass der Praxis ausreichend freie Mittel auf dem Praxiskonto zur Verfügung stehen. Insbesondere größere fremdfinanzierte Investitionen können trotz guter Rentabilität die finanzielle Handlungsfähigkeit der Praxis spürbar einschränken.
Vor allem in der Anlaufphase können niedrigere Fallzahlen, Abrechnungsverzögerungen, unerwartete Reparaturen oder steigende Betriebskosten die ursprüngliche Kalkulation erheblich belasten. Um finanzielle Engpässe zu vermeiden, ist es daher betriebswirtschaftlich sinnvoll, von Beginn an ausreichende Liquiditätsreserven einzuplanen.
Praxisbeispiele:
Das Praxisbeispiel zeigt anhand des Atlas Medicus ROI-Planers die betriebswirtschaftliche Analyse der Anschaffung eines Ultraschallgeräts in einer allgemeinmedizinischen Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) mit zwei Zulassungen und Sitz in Westdeutschland. Für die zu Jahresbeginn realisierte Investition mit Anschaffungskosten von 15.000 € wird eine vollständige Fremdfinanzierung über ein Annuitätendarlehen mit einer Laufzeit von acht Jahren und einem Zinssatz von 3 % unterstellt.
Schritt : Im Beispiel wird vereinfachend angenommen, dass langfristig monatlich 61 GKV-Untersuchungen zu jeweils 16 € sowie 8 Privatuntersuchungen zu jeweils 30 € durchgeführt werden können. Auf Basis dieser Annahmen ergeben sich pro Jahr Einnahmen von rund 14.600 €.
Schritt : Den Einnahmen stehen laufende Gerätekosten von rund 7.400 € pro Jahr gegenüber. Hinzu kommen Finanzierungskosten von 427 €, die nach dem ersten Jahr – typisch für das Annuitätendarlehen – im Zeitverlauf kontinuierlich sinken, da mit jeder Tilgungszahlung die verbleibende Restschuld reduziert wird. Gleichzeitig steigt der Tilgungsanteil innerhalb der konstanten Darlehensrate an.
Schritt : Die Investition erwirtschaftet bereits im ersten Jahr einen positiven betrieblichen Cashflow von knapp 6.800 €. Durch die im Zeitverlauf sinkende Zinsbelastung verbessert sich dieser in den Folgejahren kontinuierlich. Nach Berücksichtigung der Abschreibungen ergibt sich im ersten Jahr ein Gewinn von rund 4.900 €. Nach Abzug von Steuern (bei unterstelltem Grenzsteuersatz von 42 %) sowie der Tilgung verbleibt der Praxis im ersten Jahr ein Liquiditätsüberschuss von rund 2.900 €. Die tatsächlich frei verfügbaren Mittel liegen damit unter dem ausgewiesenen Gewinn.
Schritt : Im Beispielfall amortisiert sich die Investition auf Basis des betrieblichen Cashflows nach 2,2 Jahren, nach Abzug von Abschreibungen, Steuern und Tilgung nach 3,2 Jahren. Die Amortisationsdauer liegt damit deutlich unter der Abschreibungsdauer von acht Jahren. Über den gesamten Abschreibungszeitraum ergibt sich eine kumulierte Liquidität von rund 22.700 €, sodass die Investition langfristig einen positiven Beitrag zur Finanzierungskraft der Praxis leisten kann. Möglich wird dies durch die Konstellation einer BAG mit zwei Sitzen, die eine deutlich höhere Auslastung erlaubt, als dies in vielen Einzelpraxen realistisch erreichbar wäre. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist die Investition damit als sinnvoll zu bewerten und kann nachhaltig zur Finanzierungskraft der Praxis beitragen. Gleichzeitig schafft der große Abstand zwischen Amortisations- und Nutzungsdauer einen Sicherheitspuffer gegenüber möglichen Schwankungen bei Fallzahlen, Vergütungen oder Betriebskosten.
Anhand des Atlas Medicus ROI-Planers erfolgt die betriebswirtschaftliche Analyse der Anschaffung einer UVA-Kabine zur Phototherapie in einer dermatologischen BAG mit zwei Zulassungen und Sitz in Westdeutschland. Für die zu Jahresbeginn realisierte Investition mit Anschaffungskosten von 48.300 € wird eine vollständige Fremdfinanzierung über ein Annuitätendarlehen mit einer Laufzeit von acht Jahren und einem Zinssatz von 3 % unterstellt.
Schritt : Im Beispiel wird vereinfachend angenommen, dass langfristig monatlich 49 GKV-Untersuchungen zu jeweils 45 € sowie 18 Privatuntersuchungen zu jeweils 60 € durchgeführt werden können. Auf Basis dieser Annahmen ergeben sich pro Jahr Einnahmen von gut 39.420 €.
Schritt : Den Einnahmen stehen laufende Gerätekosten von rund 21.700 € pro Jahr gegenüber. Hinzu kommen Finanzierungskosten von 1.375 €, die nach dem ersten Jahr – typisch für das Annuitätendarlehen – im Zeitverlauf kontinuierlich sinken, da mit jeder Tilgungszahlung die verbleibende Restschuld reduziert wird. Gleichzeitig steigt der Tilgungsanteil innerhalb der konstanten Darlehensrate an.
Schritt : Die Investition erwirtschaftet bereits im ersten Jahr einen positiven betrieblichen Cashflow von rund 16.300 €. Durch die im Zeitverlauf sinkende Zinsbelastung verbessert sich dieser in den Folgejahren kontinuierlich. Nach Berücksichtigung der Abschreibungen ergibt sich im ersten Jahr ein Gewinn von rund 10.300 €. Nach Abzug von Steuern (bei unterstelltem Grenzsteuersatz von 42 %) sowie der Tilgung verbleibt der Praxis im ersten Jahr ein Liquiditätsüberschuss von rund 6.300 €. Die tatsächlich frei verfügbaren Mittel liegen damit deutlich unter dem ausgewiesenen Gewinn, bleiben jedoch im positiven Bereich.
Schritt : Im Beispielfall amortisiert sich die Investition auf Basis des betrieblichen Cashflows nach 2,9 Jahren, nach Abzug von Abschreibungen, Steuern und Tilgung nach 4,0 Jahren. Die Amortisationsdauer liegt damit bei lediglich der Hälfte der achtjährigen Abschreibungsdauer. Über den gesamten Abschreibungszeitraum ergibt sich eine kumulierte Liquidität von rund 48.600 €, sodass die Investition langfristig einen positiven Beitrag zur Finanzierungskraft der Praxis leisten kann. Möglich wird dies durch die Konstellation einer BAG mit zwei Sitzen, die eine deutlich höhere Auslastung erlaubt, als dies in vielen Einzelpraxen realistisch erreichbar wäre. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist die Investition damit als sinnvoll zu bewerten und kann nachhaltig zur Finanzierungskraft der Praxis beitragen. Gleichzeitig schafft der große Abstand zwischen Amortisations- und Nutzungsdauer einen Sicherheitspuffer gegenüber möglichen Schwankungen bei Fallzahlen, Vergütungen oder Betriebskosten.
Anhand des Atlas Medicus ROI-Planers erfolgt nachfolgend die betriebswirtschaftliche Analyse der Anschaffung eines Knochendichtemessgerätes DEXA (Ganzkörper) in einer orthopädischen Einzelpraxis mit einer Zulassung und Sitz in Westdeutschland. Für die zu Jahresbeginn realisierte Investition mit Anschaffungskosten von 42.000 € wird eine vollständige Fremdfinanzierung über ein Annuitätendarlehen mit einer Laufzeit von acht Jahren und einem Zinssatz von 3 % unterstellt.
Schritt : Im Beispiel wird vereinfachend angenommen, dass langfristig monatlich 20 GKV-Untersuchungen zu jeweils 31 € sowie 24 Privatuntersuchungen zu jeweils 32 € durchgeführt werden können. Auf Basis dieser Annahmen ergeben sich pro Jahr Einnahmen von knapp 16.700 €.
Schritt : Den Einnahmen stehen laufende Gerätekosten von knapp 9.500 € pro Jahr gegenüber. Hinzu kommen Finanzierungskosten von 1.196 €, die nach dem ersten Jahr – typisch für das Annuitätendarlehen – im Zeitverlauf kontinuierlich sinken, da mit jeder Tilgungszahlung die verbleibende Restschuld reduziert wird. Gleichzeitig steigt der Tilgungsanteil innerhalb der konstanten Darlehensrate an.
Schritt : Die Investition erwirtschaftet bereits im ersten Jahr einen positiven betrieblichen Cashflow von rund 6.000 €. Durch die im Zeitverlauf sinkende Zinsbelastung verbessert sich dieser in den Folgejahren kontinuierlich. Nach Berücksichtigung der Abschreibungen ergibt sich im ersten Jahr ein Gewinn von rund 700 €. Nach Abzug von Steuern (bei unterstelltem Grenzsteuersatz von 42 %) sowie der Tilgung verbleibt der Praxis im ersten Jahr ein Liquiditätsüberschuss von rund 900 €. Die tatsächlich frei verfügbaren Mittel liegen damit über dem ausgewiesenen Gewinn.
Schritt : Im Beispielfall amortisiert sich die Investition auf Basis des betrieblichen Cashflows nach 6,5 Jahren, nach Abzug von Abschreibungen, Steuern und Tilgung nach 7,1 Jahren. Über die achtjährige Abschreibungsdauer hinweg ergibt sich eine kumulierte Liquidität von rund 5.600 €. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist die Investition damit grundsätzlich tragfähig und erwirtschaftet bereits vor Ablauf der Abschreibungsdauer positive Liquiditätsbeiträge. Die Amortisationsdauer liegt jedoch relativ knapp unter der bilanziellen Nutzungsdauer und bietet damit nur einen begrenzten wirtschaftlichen Sicherheitspuffer. Entsprechend sensibel verhält sich die Investition bei Veränderungen von Auslastung, Vergütung oder Betriebskosten. Bereits geringfügig höhere monatliche Fallzahlen könnten die Wirtschaftlichkeit spürbar verbessern und die Amortisationsdauer weiter verkürzen.
Anhand des Atlas Medicus ROI-Planers erfolgt die betriebswirtschaftliche Analyse der Anschaffung eines Videonystagmografie-Geräts in einer neurologischen Einzelpraxis mit Sitz in Westdeutschland. Für die zu Jahresbeginn realisierte Investition mit Anschaffungskosten von 10.000 € wird eine vollständige Fremdfinanzierung über ein Annuitätendarlehen mit einer Laufzeit von acht Jahren und einem Zinssatz von 3 % unterstellt.
Schritt : Im Beispiel wird vereinfachend angenommen, dass langfristig monatlich 20 GKV-Untersuchungen zu jeweils 14 € sowie 4 Privatuntersuchungen zu jeweils 36 € durchgeführt werden können. Auf Basis dieser Annahmen ergeben sich pro Jahr Einnahmen von knapp 5.100 €.
Schritt : Den Einnahmen stehen laufende Gerätekosten von rund 2.500 € pro Jahr gegenüber. Hinzu kommen Finanzierungskosten von 285 €, die nach dem ersten Jahr – typisch für das Annuitätendarlehen – im Zeitverlauf kontinuierlich sinken, da mit jeder Tilgungszahlung die verbleibende Restschuld reduziert wird. Gleichzeitig steigt der Tilgungsanteil innerhalb der konstanten Darlehensrate an.
Schritt : Die Investition erwirtschaftet bereits im ersten Jahr einen positiven betrieblichen Cashflow von rund 2.300 €. Durch die im Zeitverlauf sinkende Zinsbelastung verbessert sich dieser in den Folgejahren kontinuierlich. Nach Berücksichtigung der Abschreibungen ergibt sich im ersten Jahr ein Gewinn von rund 1.000 €. Nach Abzug von Steuern (bei unterstelltem Grenzsteuersatz von 42 %) sowie der Tilgung verbleibt der Praxis im ersten Jahr ein Liquiditätsüberschuss von rund 700 €. Die tatsächlich frei verfügbaren Mittel liegen damit unter dem ausgewiesenen Gewinn, bleiben jedoch im positiven Bereich.
Schritt : Im Beispielfall amortisiert sich die Investition auf Basis des betrieblichen Cashflows nach 4,1 Jahren, nach Abzug von Abschreibungen, Steuern und Tilgung nach 5,3 Jahren. Über die achtjährige Abschreibungsdauer hinweg resultiert eine kumulierte Liquidität von 5.170 €. Die Amortisationsdauer liegt damit deutlich unter der Abschreibungsdauer, sodass die Investition bereits mehrere Jahre vor Ablauf der bilanziellen Nutzungsdauer positive Liquiditätsbeiträge erwirtschaftet. Gleichzeitig schafft der Abstand zwischen Amortisations- und Nutzungsdauer einen Sicherheitspuffer gegenüber möglichen Schwankungen bei Fallzahlen, Vergütungen oder Betriebskosten. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist die Investition damit als sinnvoll zu bewerten und kann nachhaltig zur Finanzierungskraft der Praxis beitragen.
Das folgende Praxisbeispiel zeigt anhand des Atlas Medicus ROI-Planers die betriebswirtschaftliche Analyse der Anschaffung eines Endosonografiegeräts (High End) in einer spezialisierten gynäkologischen Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) mit zwei Zulassungen und Sitz in Westdeutschland. Für die zu Jahresbeginn realisierte Investition mit Anschaffungskosten von 170.000 € wird eine vollständige Fremdfinanzierung über ein Annuitätendarlehen mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Zinssatz von 3 % unterstellt.
Schritt : Im Beispiel wird vereinfachend angenommen, dass langfristig monatlich 32 GKV-Untersuchungen zu jeweils 300 € sowie 6 Privatuntersuchungen zu jeweils 620 € durchgeführt werden können. Auf Basis dieser Annahmen ergeben sich pro Jahr Einnahmen von rund 159.800 €.
Schritt : Den Einnahmen stehen laufende Gerätekosten von rund 78.300 € pro Jahr gegenüber. Hinzu kommen Finanzierungskosten von 4.662 €, die nach dem ersten Jahr – typisch für das Annuitätendarlehen – im Zeitverlauf kontinuierlich sinken, da mit jeder Tilgungszahlung die verbleibende Restschuld reduziert wird. Gleichzeitig steigt der Tilgungsanteil innerhalb der konstanten Darlehensrate an.
Schritt : Die Investition erwirtschaftet bereits im ersten Jahr einen positiven betrieblichen Cashflow von rund 76.900 €. Durch die im Zeitverlauf sinkende Zinsbelastung verbessert sich dieser in den Folgejahren kontinuierlich. Nach Berücksichtigung der Abschreibungen ergibt sich im ersten Jahr ein Gewinn von rund 42.900 €. Nach Abzug von Steuern (bei unterstelltem Grenzsteuersatz von 42 %) sowie der Tilgung verbleibt der Praxis im ersten Jahr ein Liquiditätsüberschuss von rund 25.900 €. Die tatsächlich frei verfügbaren Mittel liegen damit deutlich unter dem ausgewiesenen Gewinn, bleiben jedoch trotz der Anlaufphase bereits im positiven Bereich.
Schritt : Im Beispielfall amortisiert sich die Investition auf Basis des betrieblichen Cashflows nach 2,2 Jahren, nach Abzug von Abschreibungen, Steuern und Tilgung nach 2,9 Jahren. Die Amortisationsdauer liegt damit deutlich unter der Abschreibungsdauer von fünf Jahren, sodass die Investition bereits mehrere Jahre vor Ablauf der bilanziellen Nutzungsdauer positive Liquiditätsbeiträge erwirtschaftet. Über die fünfjährige Abschreibungsdauer hinweg resultiert eine kumulierte Liquidität von rund 125.000 €. Möglich wird dies insbesondere durch die Konstellation einer gynäkologischen BAG mit zwei Sitzen, die eine deutlich höhere Auslastung erlaubt, als dies in vielen Einzelpraxen realistisch erreichbar wäre. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist die Investition damit als wirtschaftlich sinnvoll zu bewerten und kann nachhaltig zur Finanzierungskraft der Praxis beitragen. Gleichzeitig schafft der deutliche Abstand zwischen Amortisations- und Nutzungsdauer einen Sicherheitspuffer gegenüber möglichen Schwankungen bei Fallzahlen, Vergütungen oder Betriebskosten.
Das folgende Praxisbeispiel zeigt anhand des Atlas Medicus ROI-Planers die betriebswirtschaftliche Analyse der Anschaffung eines Urodynamikgeräts in einer urologischen Einzelpraxis mit Sitz in Westdeutschland. Für die zu Jahresbeginn realisierte Investition mit Anschaffungskosten von 17.750 € wird eine vollständige Fremdfinanzierung über ein Annuitätendarlehen mit einer Laufzeit von acht Jahren und einem Zinssatz von 3 % unterstellt.
Schritt : Im Beispiel wird vereinfachend angenommen, dass langfristig monatlich 12 GKV-Untersuchungen zu jeweils 31 € sowie 5 Privatuntersuchungen zu jeweils 91 € durchgeführt werden können. Gleichzeitig berücksichtigt die Kalkulation eine Anlaufphase: Im ersten Monat wird zunächst nur mit 20 % der späteren Auslastung gerechnet. Die Fallzahlen steigen anschließend linear an, bis nach zwölf Monaten die geplante Auslastung vollständig erreicht wird. Auf Basis dieser Annahmen ergeben sich pro Jahr Einnahmen von rund 9.900 €.
Schritt : Den Einnahmen stehen laufende Gerätekosten von rund 3.700 € pro Jahr gegenüber. In der Anlaufphase fallen diese aufgrund der geringeren Auslastung zunächst niedriger aus. Hinzu kommen Finanzierungskosten von 505 €, die nach dem ersten Jahr – typisch für das Annuitätendarlehen – im Zeitverlauf kontinuierlich sinken, da mit jeder Tilgungszahlung die verbleibende Restschuld reduziert wird. Gleichzeitig steigt der Tilgungsanteil innerhalb der konstanten Darlehensrate an.
Schritt : Trotz der Anlaufphase erwirtschaftet die Investition bereits im ersten Jahr einen positiven betrieblichen Cashflow von knapp 1.400 €. Nach Abzug von Abschreibungen, Steuern und Tilgungsleistungen bleibt die zusätzliche Liquidität zunächst noch leicht negativ, erreicht jedoch bereits im zweiten Jahr den positiven Bereich. In den Folgejahren verbessert sich die Liquidität kontinuierlich, was auf die mit fortschreitender Darlehenslaufzeit sinkende Zinsbelastung zurückzuführen ist. Auch beim Jahresergebnis zeigt sich die typische Anlaufphase der Investition: Nach Berücksichtigung der Abschreibungen entsteht im ersten Jahr zunächst ein Verlust von rund 800 €. Bereits ab dem zweiten Jahr arbeitet die Investition jedoch profitabel und erzielt einen Gewinn von rund 2.000 €, der sich in den Folgejahren weiter verbessert.
Schritt : Im Beispielfall amortisiert sich die Investition auf Basis des betrieblichen Cashflows nach 4,4 Jahren, nach Abzug von Abschreibungen, Steuern und Tilgung nach 5,5 Jahren. Die Amortisationsdauer liegt damit deutlich unter der Abschreibungsdauer von acht Jahren. Über den gesamten Abschreibungszeitraum ergibt sich eine kumulierte Liquidität von rund 8.200 €, sodass die Investition langfristig einen positiven Beitrag zur Finanzierungskraft der Praxis leisten kann. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist die Investition damit als sinnvoll zu bewerten und kann nachhaltig zur Finanzierungskraft der Praxis beitragen. Gleichzeitig schafft der große Abstand zwischen Amortisations- und Nutzungsdauer einen Sicherheitspuffer gegenüber möglichen Schwankungen bei Fallzahlen, Vergütungen oder Betriebskosten.
Schritt 4: Amortisationsdauer und kumulierte Liquidität richtig interpretieren
Zu den zentralen Kennzahlen jeder Investitionsanalyse zählt die Amortisationsdauer. Sie beschreibt den Zeitraum, innerhalb dessen sich die ursprüngliche Investition durch die erwirtschafteten Rückflüsse vollständig refinanziert hat. Anders formuliert zeigt sie, wann das eingesetzte Kapital wirtschaftlich wieder freigesetzt bzw. „zurückverdient“ wurde. Die Amortisationsdauer ermöglicht damit eine realistische Einschätzung der Kapitalbindung, des wirtschaftlichen Risikos sowie der finanziellen Stabilität einer Investition.
Je länger die Kapitalrückführung dauert, desto stärker ist die Abhängigkeit von stabilen Fallzahlen, konstanten Vergütungsbedingungen und kalkulierbaren Betriebskosten. Investitionen sollten sich innerhalb der wirtschaftlichen Nutzungs- beziehungsweise Abschreibungsdauer amortisieren – idealerweise deutlich davor. Besonders aussagekräftig ist ergänzend die Betrachtung der kumulierten Liquiditätsentwicklung über die gesamte Nutzungsdauer. Entscheidend ist dabei nicht allein, ob eine Investition zusätzliche Umsätze generiert, sondern, ob sie langfristig einen positiven Beitrag zur Liquidität und finanziellen Stabilität der Praxis leistet.
Fazit: Wirtschaftlichkeit ganzheitlich bewerten
Investitionsentscheidungen können die wirtschaftliche Entwicklung einer Praxis über viele Jahre hinweg prägen. Gerade größere Vorhaben sollten deshalb auf Grundlage einer fundierten betriebswirtschaftlichen Analyse sorgfältig vorbereitet und gegebenenfalls unter Einbeziehung erfahrener Steuer-, Praxis- oder Finanzierungsberater bewertet werden. Mit Blick auf Rentabilitäts- und Liquiditätswirkungen gilt es dabei, neben steuerlichen Effekten auch Finanzierungsformen wie Leasing oder Miete als Alternative zur klassischen Fremdfinanzierung zu berücksichtigen. Ebenso spielen regionale Wettbewerbsstrukturen, mögliche Kooperationen und Zuweiserpotenziale insbesondere bei spezialisierten Leistungen eine zentrale Rolle für die tatsächliche Auslastung und Wirtschaftlichkeit. Nicht zuletzt sind auch sowie die Auswirkungen auf Praxisabläufe, Personalressourcen und die eigene Arbeitsbelastung realistisch in die Investitionsentscheidung einzubeziehen.
Dr. rer. pol. Elisabeth Leonhard
Senior Analyst
REBMANN RESEARCH
GmbH & Co. KG
Schramberg • Berlin
07422 952040
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