Methode Rainer Werner Fassbinder – eine Retrospektive

Dem Filmemacher Rainer Werner Fassbinder (1945 bis 1982) widmet die Bundeskunsthalle in Bonn eine große Ausstellung. Hervorragend bestückt auch durch die Unterstützung des Deutschen Filminstituts und des Filmmuseums Frankfurt, werden Leben und Werk des Filmregisseurs spannend präsentiert.

Zitierweise: HAUT 2021;32(5):261.

Obwohl Fassbinder nur 37 Jahre alt wurde, hat er 44 Filme und zahlreiche Theater­stücke inszeniert sowie Hörspiele geschaffen. Insbesondere auch auf dem Theater hat er bleibende Spuren hinterlassen. Im Kino hat er nach Jahrzehnten eher betulicher Kost mit Heimat- und Sissi-Filmen eine neue Tür aufgestoßen. Dadurch hat er dem deutschen Film zu internationalem Ansehen verholfen. Durch ihn sprach man vom neuen deutschen Film. „Berlin Alexanderplatz“, „Die Ehe der Maria Braun“, „Lola“, „Angst essen Seele auf“ sowie die sehenswerte Effi-Briest-Verfilmung fallen einem sofort ein. Wichtige Schauspieler und Schauspielerinnen erhielten durch ihn Aufmerksamkeit. Genannt seien u. a. Hanna Schygulla, Ingrid Caven, Barbara Sukowa und Günter Lamprecht. Immer standen im Mittelpunkt dieser Filme die – oft sehr problematischen – menschlichen Beziehungen, die Fassbinder neu und voller Sensibilität beleuchtet. 

Diese Aufbruchszeit des deutschen Films dokumentiert die Ausstellung durch Fotos, Drehbücher, Szenenskizzen, Kostüme und persönliche Gegenstände im Original. Zahlreiche Filmausschnitte beleben die Schau. Auch die wichtigsten Lebensstationen des Künstlers sind aufgezeigt. 

Ein meines Erachtens hervorragender Katalog (Museumsausgabe 34 Euro, Buchausgabe 48 Euro) ist ein Must für jeden Filmfreund. Ein umfangreiches Begleit­programm verdient ebenfalls Aufmerksamkeit (www.bundeskunsthalle.de/Veranstaltungen).

Dr. Ernst Wanner

Information

Bis 6. März 2022, Bundeskunsthalle Bonn, Helmut Kohl-Allee 4, Tel.: 0228/ 9171-200; www.bundeskunsthalle.de 
Öffnungszeiten: Di und Mi 10 bis 21 Uhr, Do-So und feiertags 10 bis 19 Uhr;
Eintritt: frei bis 18 Jahre, 10 Euro, ermäßigt 6,50 Euro;
print@home-Tickets erhältlich unter www.bonnticket.de