Zuschläge A bis K1 sind auch ohne die zugrundeliegende Leistung berechenbar

Wenn eine Leistung erbracht wird, die einen (oder ggf. eine Kombination) der Zuschläge A bis K 1 auslöst, die Leistung aber nicht berechnet werden kann, bleibt der Zuschlag (oder die Zuschläge) trotzdem berechenbar.

Typisch für eine solche Situation ist z.B. die Berechenbarkeit der Nrn. 1 und/oder 5 nur einmal im Behandlungsfall neben Leistungen ab der Nr. 200 GOÄ an aufwärts. Dies beruht auf der allgemeinen Bestimmung Nr. 2 vor Abschnitt B der GOÄ. In GOÄ-Seminaren zeigt sich immer wieder, dass manche Kinder- und Jugendärzte dann auch einen möglichen Unzeitzuschlag (oder den Zuschlag K 1) „abschreiben“, obwohl das nicht nötig wäre.

Die Leistung muss erbracht sein, nicht aber auch berechnet

wichtigZuschläge bleiben auch dann berechenbar, wenn die auslösende Leistung nicht berechnet werden kann

Die auslösende Leistung ist aber in der Rechnung anzuführen, zum Beispiel so, wie in unserem Abrechnungstipp dargestellt

In der allgemeinen Bestimmung vor dem Abschnitt B II der GOÄ („Zuschläge zu Beratungen und Untersuchungen nach Nummer 1, 3, 4, 5, 6, 7 oder 8“) heißt es im Satz 2: „Sie dürfen unabhängig von der Anzahl und Kombination der erbrachten Leistungen je Inanspruchnahme des Arztes nur einmal berechnet werden.“ – „erbrachten“, nicht „berechneten“! Noch ausdrücklicher ist die Formulierung jeweils bei den Zuschlägen selber: A bis D heißen jeweils „Zuschlag für … erbrachte Leistungen“.

Für den Zuschlag K 1 gilt dasselbe: Er heißt zwar nicht ausdrücklich „für … erbracht“, die Bestimmung zu den Nrn. 1 und/oder 5 „nur einmal im Behandlungsfall neben …“ bezieht sich nur auf die Nr. 1 und/oder 5, nicht auf einen möglichen Zuschlag.

Anführung in der Rechnung

Bei der Rechnungsstellung ist der letzte Satz der allgemeinen Bestimmung zu Abschnitt B II der GOÄ zu beachten: „Die Zuschläge sind in der Rechnung unmittelbar im Anschluss an die zugrundeliegende Leistung aufzuführen.“

Man kann die Zuschläge also nicht einfach ohne Bezug auf die zugrundeliegende, den Zuschlag bzw. die Zuschläge auslösende Leistung anführen. Dafür, wie man das berücksichtigen kann, gab die Bundesärztekammer im GOÄ-Ratgeber des DÄB Jg. 107, Heft 10 vom 12.03.2010 einen Hinweis. Dort ging es vergleichbar darum, dass Auslagen (nach § 10 GOÄ) auch dann berechenbar bleiben, wenn die Leistung, welche die Auslage verursacht hat, nicht berechnet werden kann. Im Ratgeber heißt es am Bespiel eines Verbandes nach Nr. 200 GOÄ: „Einfacher ist es auf den ersten Blick, auf der Rechnung den Verband mit der jeweiligen Gebührenposition aber mit einem Betrag von 0 € auszuweisen. Die meisten Softwareprogramme für die Abrechnung nach GOÄ sehen diese Möglichkeit vor.“

Wenn ein Abrechnungsprogramm den Faktor „Null“ nicht akzeptiert, kann man alternativ auch einen Hinweis geben wie zum Beispiel: „Die Leistung nach Nr. 1 GOÄ wurde erbracht, aber nicht berechnet.“

Ob mit Faktor „Null“ oder einem Hinweis: direkt im Anschluss daran ist dann der Zuschlag (bzw. ggf. deren Kombination) anzuführen.

Zusätzlich kann man – muss das außer bei Mehrfachberechnung am selben Tag aber nicht – die Berechtigung des Zuschlags noch durch Anführen der Uhrzeit in der Rechnung unterstreichen. Dass es sich ggf. um Wochenende oder Feiertag handelte, ergibt sich ohnehin aus dem Datum.

Beispiel: Folgeuntersuchung außerhalb der Sprechstunde

Bei einer Folgeuntersuchung außerhalb der Sprechstunde sind die Nrn. 1 und 5 GOÄ nicht erneut neben Sonographie berechenbar. Zuschlag A kann nur einmal angesetzt werden, für die Nr. 5 aber bis zum 4. Lebensjahr auch Zuschlag K1.

Nr. 1 – Beratung – Faktor 0, 0 €

Zuschlag A – Leistung außerhalb der Sprechstunde, 4,08 €

Nr. 5 – symptombezogene Untersuchung - Faktor 0, 0 €

Zuschlag K 1 – Untersuchung bei Kind bis zum vollendeten 4. Lebensjahr – 6,99 €

► Stand: Februar 2021

Interessiert an neuen Fortbildungen oder Abrechnungstipps?

Abonnieren Sie unseren Infoletter.
 

Zur Infoletter-Anmeldung

x
Newsletter-Anmeldung