Abrechnung nach der GOÄ bei COPD

AHA – Auswurf, Husten, Atemnot. Insbesondere bei langjährigen Raucherinnen und Rauchern sind dies Symptome, die auf eine COPD hindeuten. Wir stellen ein (abstrahiertes) Beispiel und die damit in Zusammenhang stehenden GOÄ-Ziffern vor.

 

Ein langjähriger Raucher gibt an, dass sich sein „Raucherhusten“ verstärkt habe. Bei stärkerer körperlicher Anstrengung werde er kurzatmig. Wesentliche Vorerkrankungen außer einer leichten Hypertonie liegen nicht vor. Die Anamnese wird durch einen COPD-Assessment-Test ergänzt. Bei der körperlichen Untersuchung finden sich keine Ödeme oder Cyanosezeichen, bei Auskultation der Lunge ein leichtes Giemen. Die Pulsoxymetrie ist normal, beim Atemstoßtest ist FEV1 leicht eingeschränkt. Es erfolgt eine Blutabnahme, dem Patienten wird der Verdacht auf eine COPD erläutert und ein Termin für EKG und Lungenfunktionsprüfung vereinbart.

Die Anamneseerhebung und Beratung kann, obwohl länger als 10 Minuten dauernd, wegen deren Abrechnungsbestimmung nicht mit der Nr. 3 GOÄ berechnet werden. Die anzusetzende Nr. 1 GOÄ wird mit höherem Faktor (3,5-fach) bemessen, als Begründung kann z. B. „differential­diagnostische Erläuterung bei chronischer Erkrankung“ angegeben werden (s. Tab.).

GOÄ-Nr.LeistungFaktor Betrag [€]

1

Beratung

3,5

16,31

7

Untersuchung Brustorgane

2,3

21,45

602

Sauerstoffsättigung

1,8

15,95

608

Teilspirographie

1,8

7,97

250

Blutabnahme

1,8

4,20

5

symptombezogene Untersuchung

2,3

10,72

651

EKG

1,8

26,54

605

ruhespirographische Untersuchung

1,8

25,39

605a

Darstellung Flussvolumenkurve

1,8

14,69

34

Erörterung lebensverändernde Erkrankung, mindestens 20 Minuten

2,3

40,22

3550

Blutbild

1,15

4,02

3501

BSG

1,15

4,02

3523

ASL

1,15

6,70

3524

CRP

1,15

6,70

3571

IgA

1,15

10,05

3571

IgG

1,15

10,05

3571

IgM

1,15

10,05

Tab.: In diesem (typisierten) Fall kämen insgesamt die genannten Leistungen zum Ansatz.

WichtigAnhand eines (abstrakt-typisierten) Falles werden bei der Diagnose einer COPD mögliche Leistungen und deren GOÄ-Ziffern vorgestellt

Selbstverständlich ist auch ein anderes Vorgehen möglich

Der COPD-Assessment-Test ist nicht eigenständig berechenbar, er ist Bestandteil der Anamnese.

Die körperliche Untersuchung wird mit der Nr. 7 GOÄ berücksichtigt, für die Puls­oxymetrie kann Nr. 602 GOÄ angesetzt werden, für den Atemstoßtest die Nr. 608 GOÄ, für die Blutabnahme die Nr. 250 GOÄ (s. Tab.). Der Patient wird darauf hingewiesen, dass er eine Rechnung auch von der Laborärztin oder vom Laborarzt erhalten wird.

Beim Termin am übernächsten Tag wird das Atemgeräusch kontrolliert (Nr. 5 GOÄ), es erfolgen EKG (Nr. 651 GOÄ) und Lungenfunktionsprüfung (Nr. 605 plus Nr. 605a GOÄ) (s. Tab.). Die Nrn. 605 und 605a können nur einmal je Sitzung berechnet werden.

Die Laborwerte liegen vor. Sie zeigen keine wesentliche Auffälligkeit, insbesondere nicht hinsichtlich des Alpha-1-Antitrypsins. Dem Patienten werden ausführlich (mehr als 20 Minuten) die Befunde, die Diagnose der leichtgradigen COPD, die Konsequenzen für seine Lebensgestaltung (insbesondere die Auswirkungen einer Verschlimmerung und die Notwendigkeit des Rauchverzichts) und die Notwendigkeit von Kontrolluntersuchungen erläutert. Dafür kann die Nr. 34 GOÄ zum Ansatz kommen.

► Stand: Dezember 2021

Interessiert an neuen Fortbildungen oder Abrechnungstipps?

Abonnieren Sie unseren Infoletter.
 

Zur Infoletter-Anmeldung

x
Newsletter-Anmeldung